Papierspaß / Cartadivertimento

Heute Vormittag hatten wir drei Kinder im Alter von 3, 5 und 7 Jahren zu Besuch.
Nachdem sie vom Spielen im Garten hungrig geworden und den frisch gebackenen Apfelstrudel genossen hatten, ging es kreativ weiter. Ich hatte bereits vorher Papier und Farbstifte auf dem Tisch vorbereitet.
Als Beispiele für kleine einfache Papierfiguren gab es schon die Prinzessin und den Räuber (die hatte ich vor einiger Zeit schnell mal gemacht), nun zeichnete ich noch ein paar weitere, und auch verschiedene ‘Kulissen’ wurden vorbereitet (anmalen wollten die Kinder sie später). Und so entstand ziemlich spontan die Geschichte der Apfelstrudelprinzessin, die den Kindern so gut gefallen hat, dass ich sie euch auch erzähle. ;)

Questa mattina avevamo tre piccoli ospiti di 3, 5 e 7 anni.
Dopo aver giocato nel giardino hanno mangiato lo Strudel di Mele che nel frattempo avevo preparato, e poi hanno scoperto il tavolo con i colori e la carta.
Giá tempo fa avevo preparato due semplicissime figure di carta, la principessa e il ladro, ora ne ho aggiunte altre e cosí un po’ alla volta é nata la Storia della Principessa dello Strudel, che ai bambini é piaciuta cosí tanto che la voglio raccontare anche a voi. ;)

 

Die Apfelstrudelprinzessin
La Principessa dello Strudel

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In einem Königreich lebte eine Königin mit ihrer Tochter, der Prinzessin.
Die Prinzessin hieß… (auf Vorschlag der Kinder wartend…) Lilli.
Lilli war eine sehr nette und vernünftige Prinzessin, nur in einer einzigen Sache war sie ein rechter Dickschädel: zum Frühstück wollte sie, nein musste sie, unbedingt Apfelstrudel haben. Jeden Tag. Apfelstrudel, Apfelstrudel, Apfelstrudel.
Und so brachte der Hofbäcker täglich zum Frühstück ein Stück Apfelstrudel für Lilli.
Eines Tages aber geschah etwas Seltsames: Zum Frühstück gab es keinen Apfelstrudel, sondern… Butterbrote!
Die Prinzessin tobte. Sie weinte und schrie. “Apfelstrudel, ich will sofort Apfelstrudel”, brüllte sie verzweifelt, und das Geschrei rief die Königin herbei, die sich wunderte und sich beim Hofbäcker erkundigte, weshalb es denn heute keinen Apfelstrudel gäbe.
“Majestät, es sind keine Äpfel mehr da”, erklärte dieser mit einer Verbeugung.
“Dann muss man eben welche kaufen!” erwiderte die Königin.
“Leider”, der Hofbäcker verbeugte sich nochmal, “gibt es im ganzen Königreich keine Äpfel mehr.”

C’erano una volta una regina e sua figlia, la principessa.
Il nome della prinipessa era… (in attesa della proposta dei bambini…) Lilli.
Lilli era una principessa davvero in gamba e molto intelligente, solo su un’unica cosa era cocciuta come un mulo: per colazione voleva, no anzi doveva avere assolutamente uno strudel di mele. Giorno per giorno – strudel di mele, strudel di mele, strudel di mele.
E cosí il cuoco ogni mattina portava lo strudel di mele per colazione.
Un giorno peró accadde una cosa stranissima: per colazione non c’era strudel di mele, ma… pane e burro!
La principessa andó completamente in tilt, urló, pianse, si arrabbió come una iena: “Voglio lo strudel, voglio lo struuuudel!!!”
La regina chiese al cuoco cosa fosse successo, insomma questo strudel dove stava? – e il cuoco rispose che mancavano le mele.
“Beh, allora bisogna comprarne!” rispose la regina impazientemente.
“Purtroppo, Maestá”, spiegó il cuoco, “in tutto il Regno non c’é piú un’unica mela.”

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Das war aber ein schönes Problem!
Die Königin erklärte nun als erstes der Prinzessin, dass sie entweder sofort zu heulen aufhören und die Butterbrote essen solle, oder ins Bett gehen und weiterschlafen.
Die Prinzessin beschloss, ins Bett zu gehen und weiterzuschlafen.
Dann ließ die Königin den Oberräuber des Landes rufen, der alle Räuber und Diebe kannte, und fragte ihn, ob er etwas über die verschwundenen Äpfel wüsste.
“Äpfel?” wunderte sich der Oberräuber. “Majestät, Äpfel interessieren uns Räuber wirklich nicht. Wir interessieren uns für wertvolle Dinge – Gold, Schmuck, Edelsteine – aber nicht für Äpfel. Ich garantiere, Majestät, dass niemand von uns die Äpfel gestohlen hat.”

Un bel problema!
La regina adesso per prima cosa disse a Lilli: o di smettere subito a lamentarsi e mangiare pane e burro, o di andare a letto e continuare a dormire, cosa che Lilli fece.
Poi la regina fece chiamare il ladro piú famoso del regno e gli chiese se ne sapesse qualcosa, ma lui rispose: “Mele? Noi non ci interessiamo di mele. Noi casomai rubiamo oro e gioielli, ma non mele. Nessun ladro in questo regno ha rubato le mele, lo giuro.”
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Nun ließ die Königin die Obergärtnerin rufen, denn vielleicht hatten ja die Apfelbäume plötzlich ein Problem?
Die Obergärtnerin versprach, dass sie sich darum kümmern würde, und machte sich auf den Weg, um alle Apfelbaumfelder des Landes zu inspizieren.

Cosí la regina fece chiamare la giardiniera reale… – che magari poteva essere un problema dei meli?
La giardiniera promise di occuparsi in prima persona del mistero e andó a controllare tutti i meli del Regno.

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Und was entdeckte sie?
Die Apfelbäume waren schön gewachsen und trugen viele schöne grüne Blätter, aber… keinen einzigen Apfel!
Und noch etwas sehr Merkwürdiges fiel der Obergärtnerin auf… und nun verstand sie, was das Problem war!
“Majestät”, erklärte sie der Königin, “es gibt keine Äpfel, weil es keine Bienen mehr gibt! Ich habe auf keiner Wiese eine Biene endecken können.”
“Obergärtnerin!” unterbrach sie die Königin abrupt, “wir suchen nach Ä-p-f-e-l-n, nicht nach Bienen!”
“Ja, Majestät, aber ohne Bienen gibt es keine Äpfel, denn ohne Bestäubung keine Befruchtung.”
“Ich verstehe”, nickte die Königin, “aber warum bloß gibt es auf einmal keine Bienen mehr?”
“Es liegt daran, dass viel zuviel Insektengift gesprüht wurde”, meinte die Obergärtnerin betrübt, “die Bienen und viele andere Insekten sind tot und daher gibt es keine Äpfel mehr und auch viele anderen Früchte nicht.”
“Das ist ja entsetzlich!” schrie die Königin aufbrausend. “Ab sofort gilt ein neues Gesetz in meinem Königreich: Pestizide sind bei Höchststrafe verboten!”
Dann beauftragte sie die Obergärtnerin, in andere Königreiche zu reisen und dort neue Bienenvölker zu kaufen.

E cosa scoprí?
I  meli erano tutti ben messi, con tante belle foglie verdi e rigogliose, ma… zero mele!
E si accorse anche di un altro fatto stranissimo… e capí dove stava il problema!
“Maestá”, spiegó alla regina, “non ci sono piú le mele perché non ci sono piú le api.”
“Come, api?” reagí bruscamente la regina, “ho detto di occuparti delle mele, non delle api, accidenti!”
“Sí, appunto”, cercó di spiegarsi meglio la giardiniera, “senza l’impegno delle api gli alberi non possono sviluppare frutti.”
“Ho capito”, disse la regina, “ma queste api allora – dove sono finite?”
“Purtroppo ho scoperto che sono tutte morte per via dell’uso eccessivo di pesticidi”, rispose tristemente la giardiniera.
“Oh, ma questa cosa é terribile!” esclamó la regina con disperazione. “Ordino che da subito entri in vigore una legge che vieta assolutamente i pesticidi!”
Poi ordinó alla giardiniera di fare visita ad altri regni e comprare delle nuove api.

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Die Obergärtnerin bestieg ein großes Schiff und machte sich auf die Reise.
Sie fuhr an der Mi.-Insel vorbei (Mi. usw. = Name des Kindes), dann an der H.-Insel und schließlich an der Ma.-Insel, und endlich war sie in Christinland angekommen! Hier brummte und summte es nur so von Bienen. Gerne überließen die Bewohner der Obergärtnerin einige Bienenvölker, und sie machte sich glücklich auf die Heimreise.

La giardiniera reale inizió il suo viaggio su una nave.
Passó oltre l’Isola di Mi. (Mi. ecc. = nome dei bambini), l’Isola di H., l’Isola di Ma. e infine giunse a Christinlandia! Qui era tutto un ronzio a forza di api che giravano da fiore in fiore. Volentieri gli abitanti di Christinlandia le vendettero alcuni alveari, e felice la giardiniera fece ritorno a casa.

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Die Königin ließ auf dem Hügel vor dem Schloss gleich ein Bienenhaus errichten, um den Bienen bei ihrer Arbeit besser zusehen zu können.
Es dauerte jetzt aber noch mehr als ein Jahr, bis es wieder Äpfel gab, denn man musste ja zuerst auf die neuen Blüten im Frühling warten.
Inzwischen hatte sich die Prinzessin wohl oder übel an ein Frühstück mit Butterbroten gewöhnen müssen.
Aber endlich war es soweit und es gab wieder… Apfelstrudel!
Voller Freude stieß Prinzessin Lilli einen solchen Jubelschrei aus, dass man ihn über die Mi.-, die H.-, die Ma.-Inseln hinweg bis nach Christinland hören konnte!
:D

La regina fece subito costruire un’arnia davanti al castello, per poter osservare da vicino il lavoro delle api.
Ora passó piú di un anno peró, perché bisognava attendere la fioritura degli alberi in primavera.
Nel frattempo la principessa si era dovuta abituare per forza a fare colazione con pane e burro.
Ma finalmente arrivó il giorno in cui per colazione c’era di nuovo… strudel di mele!
Dalla gioia la principessa Lilli molló un urlo di felicitá cosí forte che si poteva sentire sull’Isola di Mi., sull’Isola di H., sull’Isola di Ma. e fino in Christinlandia!
:D

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2 thoughts on “Papierspaß / Cartadivertimento

  1. Bellissima questa storia della principessa, delle mele e delle api… e la principessa si chiama Lilli, come la mia nonna austriaca (mamma di mio papà) che in realtà si chiamava Elisabeth ma da tutti era chiamata Lilli.
    Un bacio
    Francesca

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